Semestereröffnungsgottesdienst und Vernissage zur „Israel“-Photoausstellung

Wie lang brauchst Du für den Weg zur Universität? Und wie lange zurück, falls etwas vergessen wurde? Sicherlich nicht all zu lange. Vielleicht hat der Bus mal Verspätung, vielleicht das Rad einen Platten, aber das sind alles kleine Hindernisse. Auch wenn es manchmal hektisch werden kann, im Grunde ist der Weg von zuhause zu irgendeinem beliebigen Punkt in Hildesheim keine große Sache.

Was aber, wenn selbst 100 Meter zum Einkaufen drei Stunden benötigen?

Wenn gar nicht sicher ist, ob man heute zur Uni kommt?

Oder wenn man seinen Stadtteil gleich gar nicht mehr verlassen darf?

Was, wenn das eigene zuhause zum Gefängnis wird? Zuerst mag das klingen wie die Prämisse aus einem Horrorfilm, aber in Teilen der Welt ist das für viele Menschen noch bittere Alltäglichkeit.
Vielen Palästinensern die im Westjordenland leben geht es so. Das Westjordanland ist von Israel durch eine Sperranlage getrennt. „Zur Sicherheit der Bevölkerung für Gewalttaten und Terror“ so ungefähr lautet die Begründung der Verantwortlichen. Für viele der Palästinenser, die innerhalb dieser Mauern leben bedeutet sie in erster Linie Gängelei. Der Weg zur Arbeit (die es hauptsächlich in Israel gibt) dauert Stunden. Mit tausenden anderen jeden Morgen durch die Grenzanlagen geschleust werden und jeden Abend auf dem Rückweg das gleiche Schauspiel. Wenn man überhaupt durchgelassen wird. Wer eine „Black Card“ hat, also schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt kam, für den kann die Ausreise unmöglich werden. Und selbst wen nicht, wer oder wie viele an einem Tag durch die Sperrung kommen entscheiden am Ende doch die Soldaten vor Ort. Da kann es schonmal passieren, dass eine Tür „klemmt“ und die Wartenden Stunden lang nicht vor oder zurück können.
Währen der Israel-Reise der KHG/ESG haben einige Teilnehmer den Weg der Palästinenser nachvollziehen wollen. Bei der Vernissage am 14. April berichteten Sie von ihren Eindrücken.
Morgens um halb vier aufstehen und dann durch die Grenzanlage gehen. Als Europäer hat man es natürlich leicht, dennoch bekommt man einiges mit. Davon wurde am vergangenen Sonntag, beim Semestereröffnungs-Gottesdienst, berichtet.
Zusätzlich haben Interessierte die Möglichkeit eine Photoausstellung zum Thema „Israel“ in den Räumen der KHG/ESG zu sehen. Verschiedene Motive, die die Teilnehmer aufgenommen haben sind dort, mit Kommentar der Macher ausgestellt.
Vom ersten Kamel am Wegesrand bis zum Sonnenaufgang über den Dächern Bethlehems gibt es viele eindrückliche Aufnahmen zu bestaunen.
Für größere Gruppen bieten wir außerdem betreute Führungen an.
Noch bis zum 15. Juni ist die Ausstellung in der KHG/ESG zu sehen.