Ein Gebet zum Durchatmen
O Gott,
es gibt so vieles, das ich nicht weiß.
Es gibt so vieles, das ich nicht durchschaue.
Es gibt so vieles, das ich nicht in der Hand habe.
Wenn ich mich ohnmächtig fühle, will ich einmal tief durchatmen
und darauf vertrauen, dass ich nicht das Ganze bewältigen muss,
sondern das tun kann, was mein Part ist.
Wenn ich verunsichert bin, will ich einmal tief durchatmen
und darauf vertrauen, dass ich nicht alleine bin
und dass unsere Weisheit gemeinsam reicher ist.
Wenn ich Angst habe, will ich einmal tief durchatmen
und darauf vertrauen, dass ich nicht aus Gottes Nähe herausfalle,
sondern dass Gottes Geist mir nah ist und mich hält.
Was ich weiß, ist:
Mein Leben und meine Liebe und meine Würde reichen
so viel weiter als das, was ich leisten oder tun kann.
Was ich sehen kann, ist:
Nach jedem Winter kommt der Frühling, und neues Leben
pulst aus dem kalten Erdboden.
Was ich kann, ist: tief durchatmen
und dieser Welt Liebe einflößen, die sie so dringend braucht.
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

(Rev. Dr. Hannah Adams Ingram, University Chaplain
Uebertragung: M.Brems, R.Baudisch)