Weltflüchtlingstag

Heute, am Weltflüchtlingstag, sind erstmals über 70 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror, Klimawandel, Wasser- und Nahrungsmangel. Die Hälfte davon sind Kinder. 85% der Geflüchteten leben in Entwicklungsländern; nur ein kleiner Teil bittet um Aufnahme in Europa. Doch das reiche Europa schützt seine Grenzen – statt Menschen in akuter Todesgefahr; Europa ignoriert die humanitäre Katastrophe, die es selbst mit verursacht hat, und schottet sich systematisch ab. Täglich ertrinken Menschen im Mittelmeer. Und allein 2018 brachte die libysche Küstenwache über 15.000 Geflüchtete in libysche Haftzentren zurück. Tausende sitzen dort nun fest, kriegen tagelang kein Essen und wissen nicht, wie es weiter geht. Seenotrettungsinitiativen werden angefeindet. Private Schiffe mussten lange auf See verbleiben, bis sich einige EU-Staaten endlich bereit erklärten, die Geretteten aufzunehmen. Zwar war Deutschland stets bereit, eine bestimmte Anzahl von diesen Menschen aufzunehmen, und wird vom UNHCR heute dafür als gutes Beispiel für andere Staaten gelobt. Amnesty International bedauert jedoch, dass sich die aufnahmebereiten EU-Mitgliedstaaten bislang nicht auf einen Notfallmechanismus für Bootsflüchtlinge aus dem zentralen Mittelmeer einigen konnten, der den Menschen die Irrfahrten übers Meer ersparen würde.  Wer gegen diese unchristliche Vorgehensweise mit Geflüchteten, die gegen die Genfer Flüchtlingskonvention verstößt, protestieren will, kann hier die Petition von Amnesty International unterschreiben:

https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/seenotrettung-ermoeglichen-und-sichere-zugangswege-aus-libyen-nach-europa

Bild: Amnesty International

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